| Waldressourcen
Am meisten verbreitet – Nadelbäume
Die Waldfläche Lettlands beträgt 2,9 Millionen Hektar. Die Bewaldung (in Prozenten ausgedrückte Relation zwischen der bewaldeten Fläche und der Landesgesamtfläche) im Land ist unterschiedlich – von etwa 39% in den Bezirken Dobele, Jelgava, Preiïi und Rçzekne bis zu mehr als 60% im Bezirk Ventspils. Von der Gesamtfläche sind 50% staatliche, 43% private Wälder und 7% gehören anderen Eigentümern.
Die WAG verwaltet und bewirtschaftet 1,65 Millionen ha der Fläche der Republik Lettland, von denen 1,37 Millionen ha mit Wald bedeckt sind. Am meisten verbreitet in diesen Flächen sind Nadelbäume, die 69% des Territoriums einnehmen: 47% bilden Kiefer-, 22% - Fichtenbestände. Die restliche Fläche ist mit Laubwäldern, vorwiegend Birken- (24%), Espen- (2,7%) und Schwarzerlenbeständen (2,5%) bedeckt. Kleinere Flächen nehmen Hartlaubbäume (Eichen, Eschen) und Grauerlen ein.
Die von WAG verwalteten Wälder werden nach dem Waldbestand in Rein- und Mischbestände eingeteilt. In den Reinbeständen bildet die herrschende Baumart 80 und mehr Prozent von dem Holzvorrat des Waldbestandes; in Mischbeständen kann der Holzvorrat zwischen den Baumarten verschieden verteilt sein. Von den am meisten verbreiteten Artenbeständen kommen in den Wäldern der WAG überwiegend Kiefer- (74%), Grauerlen- (57%) und Fichtenreinbestände (53%) vor; die Laubbaumbestände sind meist gemischt.
Einfluss der Fichtenpflanzungen auf die Altersstruktur der Baumarten
Die Altersstruktur der Wälder jeweils pro Baumart gilt als Grundlage für die Planung langfristiger Nutzung der Waldressourcen und des Anbaus neuer Wälder. In Wäldern der WAG ist die Altersstruktur relativ ungleichmäßig. Im Alter über 40 Jahren gibt es große Flächen von Kieferbeständen, dagegen dominieren in jüngeren Wäldern Fichtenbestände.
Relativ gering ist das Eigengewicht von jungen Birkenbeständen. Dies ist durch die in der ehemaligen Sowjetunion herrschende Meinung zu erklären, dass es in der Zukunft keinen Bedarf an Laubbaumholz geben wird.
Obwohl es einen beachtlichen Unterschied zwischen den gegenwärtigen Flächen von jungen Fichten- und Birkenbeständen gibt, plant die WAG künftig dieses Verhältnis auszugleichen, indem die in der Landwirtschaft nicht genutzten Flächen mit Birkenbeständen bewaldet und Mittel in die Pflege natürlich erneuerter Laubbaumbestände investiert werden. Dadurch wird die Birke als schnell wachsende Baumart schneller als Nadelbäume die für den nötigen Sortimentgewinn erforderlichen Umfänge erreichen. Eine schwierigere Aufgabe ist die Erhöhung des Eigengewichts v on jungen Kieferbeständen, und diese Aufgabe wird die WAG konsequent lösen, indem Kieferbäume in Lichtungen entsprechender Waldtypen angepflanzt werden.
Trockenwälder überwiegen
Die Forstnutzung im Hauptholzschlag wird vom Waldgesetz und von den Bestimmungen des Ministerkabinetts über den Holzhieb auf Waldflächen geregelt, die für alle Waldbewirtschafter verbindlich sind. Als Grundlage für die genannten Unterlagen dienen die Wachsumstände der Waldbestände, die mit Waldtypen und den damit eng verbundenen Bonitäten charakterisiert werden. Man unterscheidet fünf Gruppen der Wachsumstände von Waldtypen.
Wälder auf natürlichen Böden:
- Mineralböden normaler Feuchtigkeit – Trockenwälder
- nasse Mineralböden – Feuchtwälder
- nasse Torfböden – Moorwälder
- Wälder auf trockengelegten Böden:
- entwässerte Mineralböden (Torf < 20 cm) – Gefildewälder
- entwässerte Torfböden (Torf > 20 cm) – Torfwälder
In den von der WAG verwalteten Wäldern überwiegen Trockenwälder, die die Basis für die Tätigkeit des Unternehmens bilden. Diese Wälder zeichnen sich durch gute Grund- und Windbeständigkeit aus, die in ihnen durchgeführten Maßnahmen der Forstnutzung und Pflege sind am effektivsten. Die Gruppe der Feuchtwälder nimmt 12%, die Moorwälder – 11% der Waldgesamtfläche ein. In diesen Wäldern konzentriert sich ein beträchtlicher Teil der biologischen Vielfalt der lettischen Wälder. Die entwässerten Gefildewälder und Torfwälder nehmen 22% der der WAG-Fläche ein. Die Produktivität dieser Wälder ist im Vergleich zu überfeuchten Wäldern vor ihrer Entwässerung um 2 - 2,5 Mal gestiegen.
Die Holzvorräte charakterisieren die Produktivität der Waldbestände
Die Produktivität von Waldbeständen wird mit den durch überlegte Waldbewirtschaftung erzielbaren Holzvorrat pro Hektar Waldbestand im Hiebalter ausgedrückt. In allen von der WAG verkauften Holzschlägen überschreitet der Durchschnittsholzvorrat 200 m3/ha, in Espenbeständen (die jedoch wegen Moder keinen qualitativen Sortimentgewinn sichern können) sogar 300 m3/ha.
Zur Steigerung des Holzvorrates in der Zukunft plant die WAG eine Erweiterung der Pflegemaßnahmen mit dem Ziel, einen den Wachsumständen entsprechenden Bestand von Baumarten und die Auswahl von „Bäumen der Zukunft“ zu schaffen. Die WAG hat strenge Qualitätsanforderungen in Bezug auf die wichtigsten forstwirtschaftlichen Maßnahmen, einschließlich für Pflegeholzschläge, ausgearbeitet, die sowohl für die WAG, als auch für ihre Kooperationspartner verbindlich sind.
Der Umfang des Holzhiebes übersteigt den Zuwachs nicht
Um eine nachhaltige und nicht erschöpfende Forstnutzung zu sichern, darf der Jahresumfang des Holzhiebes den jährlichen Zuwachs der Holzvorräte nicht übersteigen. In den lettischen Wäldern beträgt der jährlich berechnete Zuwachs in den folgend beständen wie folgt: Kiefer – 5,2, Fichte – 7,8, Birke – 6,1, Schwarzerle – 6,2, Grauerle – 5,2, Espe – 7,7, Eiche – 4,3 und Eschen – 8,9. In den von der WAG bewirtschafteten Wäldern beläuft sich der jährliche Zuwachs der Holzvorräte auf 7,04 Millionen Kubikmeter. Am meisten Holz produzieren Kiefer- (2,99 Mio.m3), Fichten- (2,02 Mio.m3) und Birkenbestände (1,55 Mio.m3).
Zum Vergleich. In der Zeit von 2000 bis 2002 wurden von der WAG jährlich 3,8 Mio.m3 Holz zum Holzhieb verkauft, davon 3,08 Mio.m3 im Hauptholzschlag und 0,72 Mio.m3 im Pflegeholzschlag. Folglich beträgt der Umfang des Holzhiebs lediglich 54% vom jährlichen Vorratszuwachs. Unsere Aufgabe ist es, in der Zukunft alle Möglichkeiten zur Erhöhung des Gewinns Waldressourcen zu nutzen.
Inventur im Wald – Grundlage für das Planen
Die durch die Waldinventur gewonnene Information dient als Grundlage für das Planen der Waldbewirtschaftung. Bis 2000 betrug der Umfang der Inventur in Staatswäldern etwa 100 000 Hektar pro Jahr. In dieser Situation war die Information aus der Inventur einer Waldfläche von mehr als 0,5 Mio. ha veraltet und somit auch ungenau. Mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit erhöhte die WAG den Umfang jährlich inventarisierter Waldflächen, das Unternehmen plant diese Arbeit bis zum Jahre 2006 auf der gesamten bewirtschafteten Fläche abzuschließen. Das wird sowohl den Schätzwert der Waldbestände, als auch die Gewährleistung des digitalen kartographischen Materials sicherstellen, was für die Optimierung der WAG allgemein von Bedeutung ist.
In den Tätigkeitsjahren der WAG ist die Waldinventur in Forstbezirken von Süd-Kurzeme, Mittel-Daugava, Nord-Latgale und Süd-Latgale durchgeführt worden, die Inventur in Forstbezirken von Zemgale und West-Vidzeme wurde 2002 angefangen und wird 2003 beendet werden. |