| Genauso, wie bei der Auswahl der Sorten der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen deren Eigenschaften und die Angemessenheit den Züchtungsumständen wichtig sind, ist es auch in der Forstwirtschaft wichtig, ein Reproduktionsmaterial angemessener Herkunft für die Walderneuerung und -züchtung auszuwählen.
Laut den Bestimmungen über das Reproduktionsmaterial der Wälder des Ministerkabinetts der Republik Lettland sind für Lettland bestimmte Provenienzen oder Herkunftsgebiete für alle forstwirtschaftlich bedeutenden Baumarten festgelegt.
Für die Kiefer sind es zwei – das östliche und das westliche Gebiet, aber für die Fichte sind es sogar vier – das östliche, das zentrale, das nordliche und das westliche Gebiet. Die genannten Bestimungen legen auch fest, von welchem Herkunftsgebiet das Pflanzmaterial angemessener in jedem konkreten Fall ist. Das Ziel dieser Bestimmungen ist es, die Verwendung eines nicht angemessenen Reproduktionsmaterials in der Forstwirtschaft zu verhindern.
Mit den Forschungen der Waldkiefer-Herkunftsgebiete, die den Umständen in Lettland angemessen sind, beschäftigt sich das Lettische Institut für Waldforschung Silva schon mehr als dreißig Jahre. In dieser Zeit sind wertvolle Erkenntnisse gewonnen worden, die in der Forschung vom Doktor Imants Baumanis zusammengefasst sind. Die wichtigsten Erkenntnisse sind folgend:
- Die Kiefern, dessen Herkunftsgebiete Zentralrussland und Ukraine sind, können sich dem lettischen Klima nicht anpassen und werden von der Kiefernschütte und von dem Kieferntriebsterben vernichtet.
- Die Kiefern, dessen Herkunftsgebiete Polen und Deutschland sind, wachsen ziemlich gut in Ost- und Zentrallettland, aber sie sind empfindlicher gegen Kiefernschütte, die Zahl der erhaltenden Bäume ist kleiner und die Stämme sind krümmer und haben dickere Zweige.
- Die Kiefern, dessen Herkunftsgebiet Schweden ist, haben einen qualitativen Stamm und dünne Zweige, aber der Wachstumsverlauf von diesen Kiefern ist langsamer und die Holzmenge kleiner als bei den Kiefern lettischer Herkunft.
- Die Kiefern, dessen Herkunftsgebiet Westlettland ist, zeigen im ganzen Gebiet einen langsameren Wachstumsvorgang auf, sie haben dickere Zweige als die Kiefern der nordöstlichen Population.
- Die angemessensten Kiefern in Lettland sind die Kiefern der Population von Misa, Zvirgzde, Priedaine und Smiltene.
- Es ist empfehlenswerter, für die Walderneuerung Selektionsmaterial zu verwenden, dessen Samen auf besonderen Samenplantagen gewonnen sind, solche Waldbestände sind um 15 – 20 % produktiver, die Stämme von solchen Bäumen sind gerader als bei den Nachkommen der einheimischen Waldbestände.
Da nach dem Beitritt zur EU „das Tor offen“ auch für die in der EU gezüchteten Waldpflanzen ist, werden die Waldbesitzer aufgefördert, bei der Auswahl des angebotenen Materials vorsichtig zu sein. Dieser Fehler könnte auch Einfluss in der Zukunft sogar in 100 Jahren haben, wenn der Wald dann gefällt wird. Obwohl die ersten Folgen schon in etwa dreißig Jahren spürbar sind.
Um sich zu vergewissern, dass das gekaufte Material für die Walderneuerung ihren Bedürfnissen angemessen ist, ist es notwendig, bei dem Kauf die Vorzeigung des Zertifikats der Staatlichen Waldbehörde zu verlangen, in dem sowohl die Qualität und Gesundheit, als auch die Herkunft des Materials angezeigt ist. Solcher Zertifikat ist Pflicht, wenn das Reproduktionsmaterial der Wälder zum Verkauf angeboten wird. Kann der Verkäufer so ein Zertifikat nicht vorzeigen, sollte man vorsichtig sein und sich von dem Kauf zurückhalten.
Was eine nicht angemessene Herkunft bedeutet, ist am Rande der Strasse Riga – Ventspils bei Babite anschaulich, wo man zwischen den qualitativen einheimischen Kiefern ausgeprägt krumme und wenig produktive und mehr als hundert Jahre alte Kiefern deutscher Herkunft aus Darmstadt sehr leicht bemerken kann. Natürlich sind sie sehr interessant für Künstler, aber, was wird über die Qualität solcher Bäume die holzverarbeitende Industrie sagen?
Guntis Grandâns
Bedeutung der Waldselektion
Heutzutage ist die Waldselektion in Lettland mehr als 40 Jahre alt. Sie fing im 20. Jh. in der zweiten Hälfte der 50-er Jahre an, als mit der Aufzählung der besten Baumartenbestände begonnen wurde. Später wurde auch die Aufzählung der besten oder der „ausgezeichneten Bäume“ durchgeführt. Es wurden Samenplantagen und Anpflanzungen für die Kontrolle der Erblichkeit eingerichtet, sowie Analysen durchgeführt. Es wurden die besten Klone und Populationen ausgewählt und Plantagen mit den neuen überprüften Samen eingerichtet und in der selben Zeit auch Pflanzungen verschiedener geographischer Herkunft eingerichtet und verglichen.
Als Ergebnis der Arbeit ist die heutzutage wissenschaftlich begründete Erkenntnis:
Dass für Lettland die angemessensten die aus den einheimischen Samen – sogar aus den in bestimmten Bezirken Lettlands – gezüchteten Bäumen sind:
- weil dessen Stämme die geradesten sind und dünne Zweige haben;
- weil sie das beste Erhaltungsvermögen und die beste Lebensfähigkeit nach der Einpflanzung im Wald haben;
- weil sie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen die in Lettland auftretenden Baumkrankheiten und -schädlinge haben;
- weil auch der Zuwachs an der Holzmenge oder der Holzmasse bei den Bäumen einheimischer Herkunft der höchste ist.
Dass vom Ausland eingeführtes Material für die Walderneuerung sehr oft:
- mit einer schlechten Qualität des Stammes – mit dicken und krummen Zweigen – ist;
- nicht widerstandsfähig gegen die niedrigen Temperaturen ist;
- verstärkt den Krankheiten und Schädlingen ausgesetzt ist;
- einen langsameren Wachstumsverlauf aufzeigt.
Darum schlagen die Waldselektionäre vor:
- bei der Walderneuerung nur den einheimischen Umständen angemessene Pflanzen zu verwenden;
- für die Walderneuerung nach Möglichkeit mehr Nachkommen der Samenplantagen zu verwenden;
- Pflanzen für die Walderneuerung nur bei bekannten und eingetragenen Pflanzenzüchtern zu kaufen, die Selektionspflanzen nur einheimischer Herkunft züchten und auf dem Markt anbieten.
Wenn Sie einen selektionierten Waldbestand züchten werden:
- werden die Stämme gerade und wenig verzweigt sein und ein qualitatives Holz haben;
- werden die Bäume weniger Zweige haben, und sie werden dünn und im Stamm in einem geraden Winkel hineingewachsen sein, was die Qualität der Rundhölzer verbessern wird.
SCHNELLER
Die von den lettischen Wissenschaftlern durchgeführten Forschungen beweisen, dass bei der Züchtung eines selektionierten Waldes jeder Besitzer den Zeitpunkt der Haupternte (des Hauptholzschlages) wenigstens 15 Jahre früher erreichen wird.
MEHR HOLZ
Bei der Züchtung eines selektionierten Kiefern-, Fichten- und Birkenwaldes wird der Besitzer von dem Hauptholzschlag wenigstens 80 Kubikmeter mehr Holz als aus einem nicht selektionierten Wald gewinnen, was im geldlichen Ausdruck wenigstens 900 LVL bedeutet.
DICKERE RUNDHÖLZER
Bei der Züchtung eines selektionierten Waldes gewinnt der Besitzer wenigstens um 40 % mehr dicke Rundhölzer (Durchmesser über 32 cm) als in derselben Zeit aus einem nicht selektionierten Wald.
MEHR GELD
Der Preis der dicken Rundhölzer ist schon seit dem Anfang des 20. Jh. auf dem Markt der höchste gewesen, und auch jetzt kosten die dicken Kiefern- und Fichtenrundhölzer pro Kubikmeter 3 bis 5 LVL mehr, aber für die dicken und qualitativen Birkenrundhölzer oder für die Furnierhölzer kann man sogar 20 LVL mehr als für die dünnen Rundhölzer bekommen.
GRÖßERE MENGE
Auch in Bezug auf die Gesamtmenge der Rundhölzer wird der Besitzer wenigstens um 15 % mehr gewinnen.
Geld auch in der zwischenzeit
In der Mitte der Waldzüchtungszeit wird der Besitzer die Möglichkeit haben, einen Holzschlag der Waldpflege durchschnittlich 35 und 55 Jahre nach der Waldpflanzung durchzuführen. Da der selektionierte Wald schneller gewachsen sein wird, wird in solchen Holzschlägen der Besitzer wenigstens um 25 und 30 Kubikmeter mehr Holz gewinnen, das die etwas dickeren Bäume geben werden, was im geldlichen Ausdruck in dieser Zeit zusätzlich wenigstens 75 und 150 LVL bedeutet. |